Trollinger Weinstilistik

Im Rahmen der Trollinger Initiative lag der Fokus zu Beginn auf der Herstellung moderner Trollinger-Rotweine (1).
Im Laufe des Projekts hat sich zudem herauskristallisiert, dass sich die Rebsorte sehr gut für die Kategorien Rosé und Blanc de Noir (2) eignet.

Eine Traube – Zwei Weinarten.

Trollinger Weinstilistik

(1) Trollinger Rotwein

Im Rahmen von Verkostungen hat sich die Initiative einen Überblick über die auf dem Markt gängigen Trollinger Rotweine gemacht. Probiert wurden insgesamt 25 Trollinger-Rotweine von 32 Probanden. Zunächst wurde von den Prüfern eine Beschreibung von drei charakteristischen Merkmalen gefordert, unabhängig davon, ob optische, geruchliche oder geschmackliche Attribute notiert worden waren. Die Weine wurden dann in drei Gruppen von den Verkostern eingeteilt (siehe Abbildung).

Unter der Kategorie Trollinger traditionell (A) werden die überwiegend auf dem Markt angebotenen Trollinger-Rotweine – gekennzeichnet durch Restsüße, helle Farbe, Noten von hellen Früchten wie Erdbeere – verstanden. Die Ergebnisse konnten in der Diskussion über die Zielrichtung des Produkts genutzt werden, um so eine Einigkeit über das Geschmacksprofil des angestrebten Trollinger-Rotweins zu erzielen.

Bei der Kategorie Auswahl Trollinger-Initiative (B) hingegen steht die sortentypische Fruchtnote nach Kirsche und Erdbeere mit einer animierenden Säure und einem gewissen Holzeintrag im Vordergrund.

(2) Rosé 

Um einen kräftigeren und farbstabileren Trollinger-Rotwein zu erzeugen, besteht die Möglichkeit einen Saftabzug (Saignée) durchzuführen. Neben einem Rotwein kann so als attraktives „Beiprodukt“ ein Rosé hergestellt werden. An der LVWO Weinsberg wurden hierzu unter der Betreuung von Oenologin Magali Blank Versuche durchgeführt z.B. auch im Rahmen von Techniker- und Bachelorarbeiten. Erste Ergebnisse zeigten, dass ein Saftabzug von bis zu 50% bei der groß-beerigen Rebsorte durchaus möglich ist und spannende Rotweine liefert. Auch die Weiterverarbeitung des Saftabzugs zu einem Rosé ist aus wirtschaftlichen und oenologischen Gesichtspunkten hoch interessant.